148 | Du darfst dich immer wieder neu entscheiden! mit RINI PEGKA

Shownotes

Rini Pegka hat ihre langjährige Selbstständigkeit sehr gewandelt, um Künstlerin zu sein. Dieses Gespräch ist deshalb so wertvoll, weil sie offen über alle Höhen und Tiefen spricht, die das mit sich bringt. Sie erzählt außerdem über ihr Projekt 110 Tage Winter, das dranbleiben hat lassen und das als Buch erschienen ist.
ALLE INFOS ZUM BUCH: https://www.rinipegka.com/110-tage-winter-buch

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00:00:00: Ich freue mich so sehr, dass die Künstlerin und Autorin Rini Bega heute zum zweiten Mal bei mir im Slow Business Podcast zu Gast ist.

00:00:09: Sie lebt in München, schreibt, malt abstrakt – und kuratiert inzwischen auch Ausstellungen!

00:00:16: Das war nicht immer so.

00:00:18: Rini hat Ende of the Year, ihre alte Selbstständigkeit beendet und ist am nächsten Tag als freischaffende Künstlerin neu gestartet.

00:00:29: Mit fünfzig hat sie die Malerei wieder aus der, so sagt sie selbst, Büchse der Pandora geholt, diese als Teenagerin aus damals vernünftigen Gründen vergraben hatte.

00:00:44: Das Gespräch mit ihr ist deshalb so wertvoll weil sie ganz offen und ehrlich über die Höhen- und Tiefen spricht, die diese Entscheidung mit sich gebracht

00:00:56: hat.".

00:00:57: Wir haben uns darüber unterhalten, warum erfolgreiche Geschichten nicht immer geradlinig verlaufen.

00:01:03: Warum wir lernen dürfen – und das ist mir auch ganz besonders wichtig – mutige Entscheidungen wieder zu ändern wenn sich das Stimmige anfühlt!

00:01:15: Warum es zu spät sein kann die eigenen Träume zu verwirklichen?

00:01:20: Und wie Rene sich mit ihrem Winterprojekt einen Rahmen geschaffen hat um diszipliniert dran zu bleiben.

00:01:30: Darunter, warum eine Anstellung kein Scheitern in der Selbstständigkeit sein muss sondern eine strategische Entscheidung sein kann damit du das was du liebst weitermachen kannst.

00:01:44: da ist ganz viel drin in diesem Gespräch.

00:01:48: ich wünsche dir viel Freude beim Zuhören.

00:01:51: Hallo Lieberini, herzlich willkommen zum zweiten Mal hier im Slow Business Podcast.

00:01:57: Das passiert ja nicht gerade oft also eigentlich glaube ich dass es noch nie passiert ist.

00:02:04: deshalb freue mich umso mehr das du heute hier bist.

00:02:07: Ingwer Karin hallo danke dass sich ihr sein darf.

00:02:10: Danke für die Einladung.

00:02:11: Ich freu mich riesig Bei einem meiner Lieblings-Podcasts, die mich jeden Sonntag lausche mit der neuen Folge draußen ist auch wieder hier zu sein und mit der öffentlichen Schönesgespräch zu führen.

00:02:23: Ein schönes Gespräch für mich bestimmt aber auch für die Hörerinnen!

00:02:26: Ja ich freue mich sehr sehr darauf auf dieses Gespräch weil ich habe ganz genau nachgeschaut.

00:02:34: die Folge, die wir schon gemeinsam aufgenommen haben – die erste Folge sozusagen ist im Dezember, also das ist jetzt schon fast zwei Jahre her.

00:02:50: Und seitdem hat sich ja gerade in deinem Business sehr viel verändert.

00:02:58: Magst du uns mal kurz mitnehmen wo du gerade stehst und wenn du vor allem auch so zurückblickst was seit dem alles passiert ist wie es dir damit geht?

00:03:12: Ja, wir hatten das Interview mitten oder am Anfang des Winterprojekts aufgenommen.

00:03:20: Seitdem ist sehr viel passiert.

00:03:24: Ich habe meine Selbstständigkeit, also es wird beruflich sehr, sehr viel passieren besonders.

00:03:33: Meine alte Selbständigkeit hat tatsächlich beendet.

00:03:36: Am einund dreißigsten Dezember-Vierundzwanzig hatte ich noch einen Gewerbe bei Gewerbetreibenden.

00:03:41: Hier in Deutschland wird es so getrennt und habe dann aber am nächsten Tag meine Neuselbstständigkeit, also neu für das Papier quasi und für die ganzen Büro- und Administrativen und Finanzsachen angemeldet.

00:03:57: ab dem ersten ersten fünfundzwanzig als Freiberuflerin, als freischaffende Autorentexterin und Künstlerinnen Also offiziell und mit Stempel vom Staat durfte ich mich auch als solche nennen.

00:04:12: Und ja, dann hat eine Reise angefangen.

00:04:19: Meine Tätigkeiten haben sich nicht sehr geändert anfangs.

00:04:23: Ich habe nach wie vor meine Kunden betreut, wie ich sie vorher betreute in Marketing- und auch für mehr Social Media Bereich Texte geschrieben.

00:04:31: Das war eigentlich schon immer das was ich gemacht hab, Texte zu schreiben, kreative Konzepte zu entwickeln Und habe aber auch eben unter diesem neuen Mantel der Selbstständigkeit vielmehr die Gewichtung auf das Schreiben, auf meine Bücher.

00:04:46: Aber natürlich auch auf meine Kunst, auf bildende Kunst.

00:04:50: ich male abstrakt verlegt und bin dann auch vermehrt damit in die Öffentlichkeit, in die Sichtbarkeit wie man so schön sagt gegangen habe meine ersten Kunstmessen besucht, habe meinen ersten Kunstwerke auch verkauft an Menschen die nicht blutzverwandt mit Bier sind.

00:05:08: Das war sehr spannend!

00:05:12: Ja und seitdem jetzt bin ich heute im Oktober XXVI wenn wir diese Folge aufnehmen tatsächlich auch das erste Mal als Kuratorin tätig gewesen bei einer Gruppenausstellung die bis zum achtzehnten Oktober noch in München läuft.

00:05:30: In der Moorvilla habe ich sehr, sehr viele Kontakte erst im Kunstbereich.

00:05:37: Ja also ich fühle mich sehr reich um sehr viele Erfahrungen in einer Welt die ich vorher so nicht kannte und gerade wir haben wohl noch kurz ein bisschen darüber gesprochen... Ich bin hier sehr viele Jahre selbstständig.

00:05:51: seit dem Jahr two-tausend acht ist tatsächlich dieses Jahr mein wirklich herausforderndes Jahr ein auch finanziell schwieriges Jahr, wo ich aber immer wieder sehr flexibel bleibe und ja auch dankbar bin dass ich die vergangenen Jahre in der Selbstständigkeit gut erleben durfte.

00:06:13: Sodass sich Rücklagen gebildet habe mich da aufstützen konnte und auch flexibelt geblieben bin was meine Einnahmenquellen angeht.

00:06:22: Aber da wir hier ja auch über Selbständigkeit sprechen möchte ich jetzt nicht sagen Alles ist toll, alles ist rosarot.

00:06:29: Nein es ist ein schwieriges Jahr aber ich bleibe dran und tu was ich machen kann um meine Selbstständigkeit weiter erfüllend und ja jeden Tag so zu erleben wie sie erleben möchte.

00:06:45: Aber das ist ein schwieriges Jahr.

00:06:47: nichtsdestotrotz

00:06:47: genau Danke für deine Ehrlichkeit, das ist sehr, sehr wertvoll.

00:06:54: Für alle die zuhören weil ich glaube dass diese Aussage in den Jahren des Jahrtausends ist ein schwieriges Jahr für einige selbstständige Frauen zu trifft.

00:07:05: und du hast ja jetzt anfangs, bevor du sozusagen den Schwenk gemacht hast.

00:07:11: Hat das so geklungen?

00:07:12: Ja und ich habe mich dann entschieden meine Selbstständigkeit mein Gewerbe sozusagen ruhen zu stellen und hab dann begonnen als Künstlerin verstärkt zu arbeiten usw.

00:07:24: Da hat das alles sehr, sehr smooth geklungen.

00:07:27: Ich kann mir aber vorstellen dass es für dich auch ein unfassbar tiefgehender innerer Prozess war der ja nicht nur im Dezember-Zweißen-Vierundzwanzig begonnen hat, worüber wir auch heute verstärkt sprechen werden.

00:07:44: Nämlich diese Phase von Dezsember-Vierzundzwanzig weg bis heute – das muss ja auch davor schon losgegangen sein!

00:07:53: Wo hast du so gespürt?

00:07:56: Irgendwie passt da was nie mehr oder vielleicht auch….

00:08:00: Da muss noch mehr

00:08:01: sein?!

00:08:02: Bin gespannt, was du da sagst.

00:08:05: Ich weiß nicht ob ich... Das erwähnt hat in unserem ersten Gespräch im Jahr, den März.

00:08:14: Ich hatte das erste Mal das Gefühl nicht die Kontrolle zu haben über mein Körper.

00:08:23: Da hatte ich Symptome, die ich noch nie zuvor gehabt habe.

00:08:30: Also gesundheitliche Probleme bekommen, die mich dann auch dreimal in die Notaufnahme gebracht haben hier in München.

00:08:37: Es war nichts Lebensgefährdendes, aber dennoch so verwirrend und so komisch und so plötzlich auf einmal da dass mir gefühlt der Boden unter den Füßen weggezogen wurde.

00:08:53: Also ich habe auf einmal wirklich so Schlag auf Schlag, weil ich komplett in der Unsicherheit nicht die Kontrolle zu haben.

00:09:03: Ich hab Angstzustände bekommen bis endlich im August klar war, was es war.

00:09:08: Es hat sehr lange gedauert, bis wir festgestellt haben ... Was der Grund dafür war?

00:09:14: Ich bin durch alle möglichen medizinischen Fachrichtungen gegangen in alle mögliche Untersuchungen gemacht.

00:09:20: Um letzten Endes festzustellen, dass die Symptome der Perimenopause, die so schleichend an mir irgendwie bei mir mitgezogen haben ohne dass ich sie richtig wahrgenommen hatte mit meinem Magen-Darm-Trakt was angestellt haben, dass ich als Allergie dann äußerte.

00:09:39: Äh ... und ich hab das dann pöa-pöe mit so verschiedenen Fachrichtungen zusammengearbeitet haben in den Griff bekommen, sodass ich September XXIII, also sechs Monate danach gespürt habe, ah okay, das Leben kann doch lebenswert sein.

00:09:56: Ich hab mir oder weniger wieder ein bisschen Kontrolle über diese ganze Situation.

00:10:01: Aber dieser ... dieses körperliche Durchrütteln, das bei mir eben diese Symptome der Wechseljahre gemacht haben.

00:10:08: Ich habe nicht nur meinen Körper durchgedildet aber natürlich mein Inneres auch.

00:10:13: und wie viele Frauen in diesem Wechseln hab ich mich natürlich auch die Frage gestellt was mache ich eigentlich hier?

00:10:21: Wie geht es mir mit all den Sachen mit denen ich mich befasse?

00:10:26: möchte ich das wirklich?

00:10:27: Dann bin ich im Jahr dann vierundzwanzig-fünfzig geworden, dann zwanzig war ich noch neunundvierzig.

00:10:33: Und dann habe ich mich gefragt okay wenn ich jetzt bei der Hälfte meiner Lebensjahre angekommen bin möchte ich die restliche Hälften verbringen.

00:10:42: und das hat halt so ein Prozess in Gang gesetzt und wie es oft so ist bin ich wieder mit Sachen für mehr den Verwirrung gekommen die ich lange beiseite geschoben hatte weil ich Angst hatte, dass sie mein Leben komplett übernehmen werden.

00:11:01: Und eines davon ist die Kunst gewesen.

00:11:05: Natürlich auch das Freiden aber es war immer in meinem Leben.

00:11:07: Ich habe für alle Jobs, die ich gemacht hab, Texte gefrieren also das begleitet mich stets.

00:11:13: Aber das Malen hat sich beiseite geschoben Hatte ich so verpackt, ich sag das oft so eine Box wie die Box der Pandora war.

00:11:25: Ich wusste, wenn ich diese Box, die ich so ganz hinten in der Schublade in die Ecke hinein gedrückt habe ... Wenn ich die mal öffne, gibt es keinen zurück mehr!

00:11:36: Und dann hab' ich so... Dreiundzwanzig, hab' gesagt okay, ich öffnete mal so ganz vorsichtig dieses Lied von dieser Box.

00:11:41: und dann schau', ich meine was passiert?

00:11:43: Ja!

00:11:45: Das eine führte dann zum anderen.

00:11:50: Also ja, ich kauf mir noch ein paar tolle Aquarellfarben.

00:11:52: Ach!

00:11:52: Ich kauf dann auch die Pinsel dazu.

00:11:54: ach und das Papier.

00:11:55: ach und dieses Buch.

00:11:56: ach in diesen Kurs.

00:11:57: ach und ich versuch mal das.

00:11:58: ach und wie wär's wenn ich das mache?

00:12:00: Und ich hab nicht genug Platz.

00:12:01: Ich hol mir mal einen Mahltisch.

00:12:03: Wie mach' ich das?

00:12:04: Wie organisiere ich mich in meinem Zuhause mit dem Malen so dass sich nicht immer wieder alles wegräumen muss?

00:12:09: Ja...und das geht dann dazu.

00:12:11: Als ich eben auch wirklich eine Selbstständigkeit entschlossen habe okay Ich kann das mal nicht mehr wegstecken, ich habe dieses eine Leben jetzt und ich gehe damit raus.

00:12:28: So

00:12:29: ist es dazu gekommen wie es gekommen ist!

00:12:31: Und ich mache nach wie vor auch die anderen Sachen, die ich vorher gemacht habe Weil in der Selbstständigkeit zählt natürlich auch.

00:12:39: Woher kommt der Umsatz?

00:12:40: Wie werden die Rechnungen bezahlt, wie kann ich mich erhalten?

00:12:45: Bin ich etwas neues parallel aufbaue?

00:12:48: und ja, ich bin auch sehr dankbar dass sich weiterhin sehr viel kreativ kreatives machen kann in meinen Kundenarbeiten, die ich übernehme in die Aufträge, aber Kunst ist ein wichtiger Bestandteil meiner neuen Selbstständlichkeit.

00:13:10: Ja, ich kann das viel besser nachvollziehen als du dir das vielleicht vorstellen kannst.

00:13:19: Das was du mit diesen körperlichen Symptomen beschrieben hast, habe ich tatsächlich während meines Burnouts so erlebt.

00:13:26: Also dieser absolute Kontrollverlust nicht zu wissen wo man ansetzen soll damit sich das irgendwie wieder stabilisiert.

00:13:35: Ich bin ja auch dann zur Neurologen und so weiter und sofort.

00:13:38: das heißt es kann ich auch sehr gut nachvollziehen.

00:13:41: Und auch dass natürlich So eine Erfahrung.

00:13:46: Mir geht es jetzt zum Beispiel auch wieder so nach dem Tod meiner Mutter, das ist auch so eine Erfahrung diese Erfahrungen die führen immer wieder dazu dass wir uns ja Die Fragen die wichtigen Fragen des Lebens eigentlich stellen und ich habe auch so Eine Büchse der Pandora.

00:14:06: bei mir ist das das singen Und Ich habe auch, also ich versuche gerade Schritt für Schritt mal kurz wieder reinzuschauen und bei mir muss ich auch dazu sagen sind ja ganz viele emotionale Themen damit verstrickt.

00:14:26: Ich kann die jetzt nicht einfach so aufmachen sondern ich muss eigentlich für mich zuerst die Ressourcen bilden um sie aufmachen zu können und das dann auch halten zu können was da dann kommt wenn ich tatsächlich da reingehe.

00:14:43: und bei mir gibt es einen Grund, warum mich irgendwann einmal aufgehört habe zu singen.

00:14:49: Warum hast du aufgehört zum Malen oder warum hast du so viele Jahre nicht gemalt?

00:14:55: Falls du das beantworten wirst.

00:14:57: Wenn das zu intim ist dann natürlich nicht bitte.

00:15:01: Nein, ich fahre auch darüber tatsächlich im Buch dass er bald erscheinen wird um.

00:15:08: Da geht es auch um diese ganze Reise.

00:15:13: Ich habe das Malen beiseite gelegt, weil als ich Teenagerin war und mich dazu entschlossen hab nicht mehr zu malen oder nicht mehr so oft zumalen oder eben überhaupt nicht mehr dranzudenken... Damals in den achtziger-neunzigern Jahren, wenn man gesagt hätte, ich möchte von meiner Kunst leben, hätten die alle dem Vogel gezeigt?

00:15:38: Damals, genauso wie beim Selbstständigsein gab es nicht so viele Möglichkeiten für sich selbst zu sorgen sichtbar zu werden und Kundschaft aufzubauen.

00:15:52: Und ich komme auch von einer Familie aus einer Familie die jetzt nichts mit Kunst zu tun hat per se.

00:15:58: mein Vater hat viel gesungen.

00:15:59: Ich habe auch dann gesungen gehört auch zu meinem Leben Gott sei Dank.

00:16:05: Aber sonst gab's da nichts und es war halt ganz klar, dass ich mein Abing mache.

00:16:09: Dass ich dann studiere und einen scheiten Job finde.

00:16:12: Und uns zwar kein scheiter Job!

00:16:15: Und deswegen war für mich halt klar klar... Ich kann das nicht laut aussprechen.

00:16:19: Ich möchte Kunstkünstlerin werden.

00:16:21: Das geht einfach nicht.

00:16:24: Also das war ja nicht mal ein Gedanke den ich gewagt hatte in meinem Kopf zu formulieren oder auszusprechen innerlich Und deswegen war das so eine sehr rationale Entscheidung.

00:16:35: Nichtsdestotrotz habe ich immer wieder, besonders in den Ferien oder auch in den Sommerurlauben danach als ich meinen ersten Job hatte, immer wieder Meilzeug mit im Gepäck sag' ich mal.

00:16:49: Also es war immer ein Zeichenblock mit dem Gepagg, Bleistift, Kohle... Das war immer dabei und obwohl ich heute abstrakt male wenn ich zeichne zeichniere Gegenständlich, also realistisch oder semi-abstrakt höchstens.

00:17:07: Aber es war immer da, aber es war so eine Art Hobby, dass ich weg vom Bildschirm auch komme und was Haptisches habe, als ich Papier und Bleistift hab'.

00:17:17: Es waren sehr rationale Gründe, weshalb ich da weg bin.

00:17:26: Genau

00:17:26: aus dem Gitarren.

00:17:28: Also vernünftige

00:17:30: Gründe eigentlich.

00:17:32: Und jetzt würde man vielleicht sagen, dass was du jetzt gemacht hast war vernünftig?

00:17:37: Total!

00:17:39: Total

00:17:39: unvernünftig.

00:17:41: Also gesellschaftlich gesehen, unvernüftig glaube ich, wir wissen was ich meine... Wie hast du diese Entscheidung getroffen?

00:17:50: also wirklich etwas loszulassen ohne auch zu wissen Ob das, was da jetzt neu kommt ... ja wirklich funktionieren wird.

00:18:01: Beziehungsweise ob du da oder warst du dir da so sicher?

00:18:04: Das muss ich jetzt machen!

00:18:09: Du, ich bin ja... also ich ... weil das kann man sich schon sicher sein heutzutage, ne?

00:18:15: Also es ist ein bisschen ... Genau.

00:18:17: Nee, ich hab mir gedacht Ich bin jetzt damals eben ... äh ... fünfzig.

00:18:23: Bin ich nicht jetzt Marker, werde ich's nie machen Und wenn es total in die Hose geht, kann ich mir ja immer noch was anderes überlegen.

00:18:32: Das Leben ist hier nicht zu Ende nur weil ich entschlossen hab, Künstlerinnen zu werden und das aus irgendeinem Grund da nicht klappt.

00:18:39: Ich habe mir auch gedacht, ich habe den Mut es zu machen, weil es eben mein Leben ist und ich entscheide mich dafür, weil ich es bestimmt bereuen werde, wenn ich's später dann nicht mache.

00:18:52: Und eben wenn es nicht klappt, dann suche ich nach einer anderen Lösung.

00:19:01: In meiner Familie haben wir einen sehr hohen Kampfgeist in der Familie.

00:19:07: Also meine Eltern, mein Vater und wie meine Mutter sind als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen.

00:19:13: Ich habe ihnen Erzählungen oft gelauscht in Griechland gelebt haben und wie sie überhaupt hierher gekommen sind.

00:19:19: Und dieser Kampfgeist, der verfolgt mich quasi – den habe ich mit in die Wiege gelegt bekommen!

00:19:28: Es wird nicht aufgegeben, es wird nach weiteren Lösungen gesucht.

00:19:36: Wenn man müde ist von etwas, wenn man eine Pause braucht oder eine Verschnaufpause, aber auch wenn Nicht gut laufen wird und ich meine Zeit brauchen werde, um damit abzufliessen oder zu trauen.

00:19:48: Egal was es ist... Es geht dann weiter.

00:19:53: Das ist so interessant dass du das sagst und ich glaube das ist auch so wertvoll für die Zuhörerinnen weil ich vor kurzem mit einer lieben Freundin darüber gesprochen habe.

00:20:05: Wir haben das nur hypothetisch so besprochen.

00:20:07: Das hat mich gefragt Karin, wenn du deine Selbstständigkeit aufgeben würdest, würdest du dich dann nicht zu fühlen als hättest du versagt?

00:20:19: Und ich habe ganz klar zu ihr gesagt Nein!

00:20:23: Ich würde mich nicht so fühlen, als hätte ich versagt.

00:20:27: Ich hab auch in meiner Selbstständigung schon ganz viele Projekte und Angebote und wirklich Dinge losgelassen, an denen mein Herz unglaublich gehangen ist.

00:20:40: Und wo ich auch wirklich ganz viel Zeit und Energie und Muse reingesteckt habe – genau das was du jetzt gesagt hast natürlich habe getraut!

00:20:51: Und natürlich habe ich das betraut, dass es jetzt nicht mehr weitergeht.

00:20:56: Aber ich hab ja immer selbst bestimmt diese Entscheidung getroffen und deshalb habe ich mich nie als Versagerin gefühlt.

00:21:04: Wie gehst du da damit um?

00:21:06: Also das klingt ja relativ ähnlich!

00:21:08: Ich bin auch so ein Typ, der sich sagt Ja wenn irgendwas nicht klappt dann ist es an mir eine Lösung für dieses Problem zu finden.

00:21:18: Und da kann man natürlich auch einmal zweifeln und verzweifeln, vor allem wenn es sich nicht so offensichtlich eine Lösung zeigt.

00:21:26: Aber ja dieses Gefühl zu versagen oder dieses Gefühl das war jetzt die falsche Entscheidung weil das hat jetzt nicht geklappt.

00:21:35: Das kenne ich so eigentlich nicht.

00:21:40: Ja ich muss sagen zu sagen, dass ich keine Zweifel habe oder auch keine nicht so schöne Gedanken im Sinne von... Ja also das war jetzt schon enttäuschend.

00:21:53: Oder du hast jetzt hier versagt oder du bist eine Loserin?

00:21:56: Also es gibt ja diese Teile in uns die fahren wir immer sehr gern an zu labern wenn etwas nicht mal so gut läuft und das hab' ich natürlich auch in mir.

00:22:08: Also ich wäre die letzte, die sagen würde, ich habe keine Zweifel oder ich höre diese Stimme nicht.

00:22:11: Das Thema ist was mache ich damit?

00:22:13: Wie reagiere ich drauf?

00:22:14: Ja genau!

00:22:17: Ich bin achtsamkeitspraktizierende und meditierende.

00:22:22: Ich hab viele Coaching-Ausbildungen hinter mir und ich erkenne diese Stimmen Gott sei Dank.

00:22:27: Sag okay, ich höhe es.

00:22:29: Und das gibt Tage wo ich nur diese Stimmen höre.

00:22:32: Das ist dann ein Tag wo ich den ganzen Tag Filme schaue, Pizza esse und Eis esse weißt du?

00:22:37: Das ist dann so ein Tag.

00:22:38: und dann entscheide ich aber, okay das ist jetzt dieser Tag.

00:22:40: Ich komme jetzt hier nicht raus aus diesem Loch in dem ich mich selbst gefangen halte.

00:22:45: Ich versuche es morgen wieder!

00:22:46: Und da kommt der nächste Tag... und dann ist es ein bisschen besser.

00:22:50: Ein bisschen besser!

00:22:51: Und dann höre ich auch die anderen Stimmen ihm mir, die sagen Aber schau mal du hast das gemacht und das gemacht.

00:22:56: Du hast es versucht und es liegt Nicht nur hundertprozentig an dir was etwas nicht geklappt hat.

00:23:02: Es könnte auch Das sein oder auch das sein.

00:23:05: Oder schau mal, vielleicht kannst du das nehmen und heute mal das anwenden?

00:23:09: Oder vielleicht gehst du heute in den Wald, ziehst dir frische Klamotten an... ...und läufst im Wald!

00:23:16: Und dann geht es vielleicht ein bisschen besser.

00:23:18: Also natürlich gibt es diese Tage.

00:23:20: Es gibt die verschiedenen Stimmen.

00:23:21: Das Thema ist was macht man damit?

00:23:25: Ich bin inzwischen zwanzig Jahre alt, habe sehr viele Jahre in der Selbstständigkeit verbracht, hab sehr viel gesehen, sehr viel erlebt kann eben dann auch in diesen eher nüchternen und klaren Momenten die Entscheidungen treffen, die mich weiterbringen.

00:23:41: Und wenn es die Entscheidung ist, die nicht hundertprozentig die richtige ist, dann verbiege ich sie ein bisschen.

00:23:49: Dann mache ich was anderes damit.

00:23:52: Aber ja diese Nicht-zu-Guten-Tage und Nicht-Zu-Gute-Gedanken aber auch die guten Gedanken gehören dazu.

00:24:01: Ich glaube, das ist nicht nur in der Selbstständigkeit so aber allgemein auch im Leben.

00:24:06: Was mache ich mit diesen Trägern?

00:24:08: Was mache die inneren Stimmen und Gedanken, die halt immer wieder kommen?

00:24:11: Wie reagiere ich drauf?

00:24:13: Ja!

00:24:15: Ich glaube dass ja auch viele Frauen große Sorge haben wirklich lebensverändernde Entscheidungen zu treffen weil sie sich dann so festgenarrt fühlen.

00:24:33: Also es müssen ja gar nicht jetzt lebensverändernde Entscheidungen sein, aber Entscheidungen insgesamt.

00:24:38: und was ich total spannend finde auch an meinem Weg ist dass du ja zum Beispiel sehr lange nicht auf Social Media warst und dich dann entschieden hast dort wieder aktiv zu sein oder dass du zum Beispiel auch eben jetzt viele Jahre selbstständig warst und dich dann aber auch dazu entschieden hast, in einen angestellten Verhältnis zu gehen.

00:25:07: Und macht es uns nicht viel freier wenn wir uns erlauben uns verändern dürfen und dass wir uns ändern dürfen.

00:25:21: Und auch Meinungen und Entscheidungen, weil ich finde das ist schon etwas was ich sehr stark wahrnehme in unserer Gesellschaft.

00:25:30: ja jetzt hat sie das gesagt und jetzt macht sie wieder das oder jetzt keine Ahnung hat sie sich für diesen Weg entschieden und dann Jahre später schwenkt sie wieder um.

00:25:44: Das ist ja nicht etwas, was gesellschaftlich akzeptiert ist finde ich.

00:25:48: Und das würde vor allem uns Frauen das Leben uns einiger leichter machen wenn wir uns erlauben Entscheidungen zu treffen in diesem Moment wo wir gerade sind und uns dann aber auch wieder erlaubt uns umzuentscheiden.

00:26:06: Kann ich nur so unterschreiben?

00:26:07: Hundertprozentig!

00:26:11: Und ich glaube, da kommt vieles zusammen.

00:26:17: Was das berufliche angeht, kommen vielleicht so auch Muster vom Frühjahr an die Oberfläche wo jemand vom ersten Arbeitsdag bis zur Rente bei einem Arbeitgeber war oder eben einen Business geführt hat weil es waren noch andere Zeiten nicht so komplex wie heute.

00:26:37: Das hat sich total verändert.

00:26:40: Das andere ist, dass wir oft denken besonders in der Selbstständigkeit heutzutage.

00:26:47: Dass alle Menschen alle ihre Blicke nur auf uns haben und jeder sofort wahrnimmt was wir machen oder was wir nicht machen.

00:26:54: Ja

00:26:55: voll!

00:26:56: Da habe ich nun zu sagen, jeder und jede hat das eigene Leben und kein Mensch verfolgt, was wir jede Minute unseres Lebens oder unserer Selbstständigkeiten machen.

00:27:08: Wir machen uns viel zu große Sorgen darüber, was andere über uns denken.

00:27:12: Dabei ist jeder mit sich selber

00:27:13: beschäftigt.".

00:27:16: Und was für mich da noch wichtig ist der Fakt dass wir haben nur dieses eine Leben in diesem Körper in dieser Zeit jetzt und wenn ich für mich selbst nicht bestimmen kann wie ich dieses Leben führen möchte privat beruflich wie auch immer dann Vergeute ich, sag' ich mal ganz erlaubt dieses Geschenk das mir gegeben ist und das Leben heißt.

00:27:42: Ja

00:27:43: Und die einzige Person die entscheiden darf ob und wie und wie oft ich eine Richtung wechsle bin ich

00:27:50: kein anderer?

00:27:52: Und wem das nicht gefällt, weil ich gehabt.

00:27:57: Ja und vor allem

00:27:58: Ganz einfach

00:27:59: Ich sehe dann so oft dass Frauen an einer Entscheidung oder einem Weg so lange festhalten, obwohl es ihnen eigentlich gar nicht mehr gut tut.

00:28:13: Aus Sorge genau das was du jetzt gesagt hast... Was werden die anderen sagen?

00:28:18: Oder bin ich dann unglaubwürdig?

00:28:21: oder das könnte ja irgendwie dann auch so rüberkommen als wäre ich irgendwie wankelmütig, was auch immer Anstatt sich genau das Bewusstsein zu machen, was du jetzt gesagt hast.

00:28:34: Wir haben ja nur dieses eine Leben und es ist viel zu kostbar als dass wir wegen irgendwas, was irgendwer anderer über uns sagen könnte in einer Anstellung, in einer Selbstständigkeit, in was er immer bleiben und uns darin nicht gut geht.

00:29:01: Ja, wenn ich nicht vertrauenswürdig bin dann hat es nichts damit zu tun dass ich am Anfang meine Positionierung auf A hatte.

00:29:11: Jetzt habe ich sie auf B und dann habe ich Sie auf C. Es hat mit mir als Persönlichkeit zu tun.

00:29:16: Es hat nicht damit zu machen was ich mich befasse.

00:29:19: Sondern warum ich das mache?

00:29:20: Und wie ich es mache?

00:29:25: Wir dürfen uns auch erlauben besonders Frauen die für sich selbst sorgen müssen und in keiner Partnerschaft sind, wo auch vieles von den Belastungen geteilt wird.

00:29:37: Ich wohne die meiste Zeit allein ich bin in einer langjährigen Beziehung und wir ... Und ich pendle zwischen meinen zwei Wohnorten.

00:29:49: aber ich bin hauptsächlich für mich selbst zuständig und verantwortlich und ich muss für mich selber sorgen können.

00:29:57: Und das wurde mir auch von meinen Eltern, obwohl griechische Eltern sehr klassische griecherische Eltern würde ich mir wirklich sehr klein schon weitergegeben.

00:30:05: Dass ich für mich selbst sorgen muss erst mal und dann wenn jemand da ist der mich unterstützen möchte super aber ich muss für mich unabhängig bleiben.

00:30:14: Wenn ich für sich selbst Sorgen muss in der Selbstständigkeit und ich gerade sehe wie in diesem Jahr dass die Projekte nicht zu kommen wie ich es möchte oder dass die Kunst sich dieses her nicht so viel verkauft wie das letzte Jahr.

00:30:29: Dann darf ich für mich Sorgen, indem ich sage vielleicht schau' ich mal obwohl ich alles aktiviert habe mein Netzwerk Sachen versucht habe.

00:30:37: Ich schaue mal ob es vielleicht auf dem Arbeitsmarkt etwas gibt wo ich beisteuern kann dass mir Spaß macht und dass mich auch finanziell tragen kann so dass sich meine Selbstständigkeit nicht anfangen zu

00:30:48: hassen

00:30:49: ist wichtig Und deswegen hab ich mich wie du auch gesagt hast dazu entschlossen dieses Jahr genau das zu machen Und ich war für einen gewissen Zeitraum jetzt angestellt, war ein befiltertes Anstellungsverhältnis.

00:31:02: Das hat Spaß gemacht!

00:31:05: Ich durfte Sachen machen, die ich in der Selbstständigkeit nicht mache – ich durfte in einem Team arbeiten und auf einmal waren mehrere Personen da.

00:31:13: Ich bin mit sehr vielen Menschen in Kontakt gekommen.

00:31:18: Ich habe jeden Tag mehr als zehn Tausend Fritte auf meinem Smartphone gehabt, was ich sonst nie schaffe.

00:31:24: Also, es war eine durchaus positive Erfahrung und ich halte nach wie vor Ausschau auch für andere Jobs im angestellten Verhältnis die ich so in diesem Aushilfeformat machen kann also das stündlich noch zu mir passt.

00:31:45: Die mir Spaß machen könnten solange Ich sehe dass ich eben Für mich diese Unterstützung suchen muss.

00:31:53: Ja, und das ist so wertvoll.

00:31:56: Weil wir ja wirklich ... So wertvoll meine ich jetzt, dass du das so offen sagst, weil wir auch auf Social Media usw.

00:32:06: immer nur diese krassen Überflieger-Erfolgsgeschichten hören.

00:32:12: Und auch das was du jetzt erzählst kann eine ... Form von erfolgreicher Selbstständigkeit sein, aus meiner Sicht.

00:32:24: Weil du dir ja damit das ermöglicht dass du das tun kannst was du liebst.

00:32:30: und Du hast vorher etwas ganz was wesentliches so beiläufig gesagt nämlich Wenn die und das erlebe immer wieder wenn der finanzielle Druck so hoch ist Und wie die ganze zeit struggling kann das, was wir am allermeisten lieben – die Arbeit, die wir am allermeisten liegen zu etwas werden, was nicht mehr leben.

00:32:59: Du hast glaube ich heißen gesagt?

00:33:00: Ja, das war ein schwieriges Wort aber...

00:33:03: Genau und das kann ich total unterschreiben.

00:33:08: Voll!

00:33:11: Ich möchte mich

00:33:11: verhindert natürlich.

00:33:13: Ja genau, ich wollte nicht an den Punkt kommen Wo ich das malen oder schreiben, nicht mehr mit Liebe ausführen kann nur weil es mich zu Zeit nicht komplett ernähren kann.

00:33:30: Und diesen Druck braucht keinen Selbständiger und auch keinen Kunstschaffender.

00:33:39: Es geht einfach nicht!

00:33:41: Besonders was Kunst angeht.

00:33:42: Ich muss den Kopf

00:33:44: frei

00:33:44: haben, um überhaupt... Und deswegen habe ich für mich auch aus praktischen Gründen eben umsatztechnisch zu schauen, ich hab hier eine Lücke.

00:33:54: wie kann ich diese Lücke füllen wenn ich sie zurzeit nicht mit den anderen Sachen fülle kann?

00:33:58: Aus welchen Gründen auch immer und ich schaue natürlich auf dieser Gründe woran könnte es denn liegen?

00:34:03: ist es der Markt, sind die Kunstwerke.

00:34:07: Ist das meine Präsentation?

00:34:08: Ist es meine Sichtbarkeit, meine Kanäle?

00:34:12: Das habe ich natürlich auch im Blick.

00:34:14: aber praktisch gesehen was mache ich jetzt?

00:34:17: Was mache ich im nächsten Monat?

00:34:18: Was mach' ich im übernächsten Monat wo diese ganz große Rechnung ansteht zum Beispiel?

00:34:24: Ganz pragmatisch!

00:34:27: Ich bin so viele Jahre selbstständig, dass ich mir selbst verbiete zu sagen, ich bin nicht erfolgreich selbständig.

00:34:35: Ich habe sehr, sehr viele sehr umsatzstärke Jahre hinter mir die auch nicht an die große Glocke gehängt haben wie es andere machen weil ich davon nichts halte absolut Nichts halte.

00:34:48: Ja aber eben Erfolg ist für jede und jeden von uns anders und ich möchte die letzte sein die irgendeine frisch gebackene selbständige Frau Triggert, wieso sie nicht den Erfolg hat wie die Linie oder wie die Karin.

00:35:02: Wenn man's an Zahlen misst Das bin ich Ich und ja deswegen heißt es für mich immer wirklich flexibel sein draufschauen Für mich zu entscheiden was ist für mich stimmig Was is für mich passend Wo sehe ich mich wo seh' ich mich nicht?

00:35:21: Was kann ich mir Gutes tun um mich selbst zu unterstützen?

00:35:26: Ja und du hast ja auch gesagt, dass mit der Anstellung zum Beispiel war ein Schritt die nur gegangen bist nachdem du mit all deiner Erfahrung, mit all dem was du weißt versuchst hast andere Hebel zu bewegen.

00:35:42: Und du dann gemerkt hast okay jetzt brauche ich aber wirklich etwas weil sonst wird sozusagen eng und das möchte ich nicht.

00:35:49: also es ist eigentlich eine sehr gute und strategische Herangehensweise nicht diese geradlinige Geschichte, die uns immer wieder vorgegaukelt wird.

00:36:04: Weil ich glaube ehrlich gesagt, die meisten lassen sich ja nicht in die Karten schauen und viele jonglieren.

00:36:12: Ich finde auch dass das jongliert tatsächlich zum Selbstständigsein dazugehört.

00:36:19: Also das ist auch bei mir so, wenn ich z.B.

00:36:21: merke da gibt es eine Schiene die läuft nicht so gut dann schaue okay was kann ich denn sonst noch und was kann den sonst noch anbieten?

00:36:31: Also wirklich auch diese Flexibilität zu haben und zu schauen ist natürlich viel leichter wie es so alte Häsinnen sind, wie du und ich jetzt zum Beispiel.

00:36:44: Als wenn du das in den ersten ein bis drei Jahren zum Beispiel erlebst.

00:36:48: Total!

00:36:51: Du hast ja dann – und da haben mich die schon noch mal drauf eingehen – zwischen Dezember, April, April und März einen ganz besonderes Ritual, ein Projekt gestartet.

00:37:07: Magst du uns davon noch erzählen?

00:37:10: Ja, mein Winterprojekt, wie ich es am Anfang genannt habe und... Ich hab's aus verschiedenen Gründen gestartet.

00:37:22: Es waren am Anfang so ein paar Beobachtungen die ich gemacht hatte.

00:37:24: Und zwar, ich hab ja ... äh ... zwanzigzwanzig das war der erste Version davon Ein Buch herausgebracht Raunichte für Anfänger.

00:37:33: Damals hieß es Dein Raunichtebegleiter Gezeits des Raunichten Für Anfängern.

00:37:38: Da habe ich so tolles Feedback jedes Jahr bekommen mit jeder Aktualisierung dieses Buches.

00:37:44: Und ich zelebriere auch die Raunechte selbst.

00:37:47: und ich liebe allgemein den Winter, ich liebe alle Jahreszeiten und ich bin so dankbar dass ich sie auch hier erleben darf in Deutschland wo ich lebe – in Bayern.

00:37:56: Ich lebe gerne zyklisch mit dem Zyklen der Natur.

00:38:01: Die haben gedacht okay wenn so viele Menschen sich so schön getragen fühlen von diesem Bug was kann ich sonst noch Gutes machen?

00:38:09: dass die Menschen, die Jahreszeit Winter, die ich so liebe vielleicht auch mit einem weicheren und liebeteren Auge betrachten.

00:38:18: Weil der Winter wird ja von den meisten nicht so sehr geliebt wie andere Jahreszeiten.

00:38:24: Das war eine Idee.

00:38:25: Und die andere Idee war als ich im Herbst vierundzwanzig mit dem externen Künstlerkurs zu Ende war Ich habe mir gedacht, okay wie kann ich jetzt am Malen wirklich so konsequent dranbleiben?

00:38:38: Wie während dieses Kurses oder dieser Kurse dich gemacht hab.

00:38:42: Aber auch an Freibn, weil ich bleibe gerne Gedichte und ich habe gesehen... ...ich habe nicht so viele Gedichte gefreut in dem Jahr vierundzwanzig Und wie kann mich ein beidem so dran bleiben?

00:38:52: und dann haben sich immer diese Gedanken vermischt.

00:38:56: und da kam mir die Idee und dann habe ich sie so ihn mir so reifen lassen über Tage und Wochen.

00:39:04: Und dann kam die Idee, okay ich mache jetzt in diesem Winter, der bevorsteht... Die ganzen Winter lang mache ich ein künstlerisches Projekt!

00:39:13: Okay, der Winter?

00:39:14: Was ist das für mich?

00:39:15: Das ist der erste Dezember bis zum Frühlingsanfang, am März.

00:39:19: Den Kalender genommen habe ich die Tage gezählt.

00:39:21: Es waren eine Hundertzehn-Tage.

00:39:23: Ich bin so kleiner Nerd, ich möchte es immer genau wissen.

00:39:27: Dann habe ich gesagt, eine Hunderzehn, das ist auch eine ganz tolle Zahl.

00:39:30: Das kann ich damit machen.

00:39:32: Und dann habe ich das Projekt «Einhundertzehn Tage Winter» genannt und hab mir gedacht, ok.

00:39:37: Ich nehme jetzt jeden Tag – weil so eine Ritual braucht ja so eine Regelmäßigkeit – ein Wort her, das typisch winter ist.

00:39:47: Lass mich von diesem Wort inspirieren!

00:39:49: Schreib jeden Tag ein Gedicht, ein paar Gedanken dazu und so von diesen sieben Wörtern der Woche lasse ich mich zu einem Bild animieren was mir dann kommt, dass ich als Bild, als abstraktes Bild festhalten möchte.

00:40:05: Und dann habe ich auch über die Mußletter die Menschen wie dort angemeldet sind aufgerufen... Was sind die ersten Wörter, die euch in den Sinn kommen wenn ihr Winter hört?

00:40:13: Dann kamen so ein paar tolle Ideen und dann hab' ich noch meine hinzugewürfelt und am Ende habe ich den Hundertzehn Begriffin eine logische Reihenfolge gemacht natürlich auch die Raunächte mit dem Begriffen und die Weihnachtszeit, neues Jahr usw.. Und habe mich dann tatsächlich ab dem ersten Dezember jeden Tag an den Tisch gesetzt.

00:40:35: Mit einem Notizbuch, mit einem Stift... Ich weiß auch nicht wie ich es gemacht hab.

00:40:40: Das war eine andere Version von mir.

00:40:42: Hab einen Wort genommen und hab jeden Tag... Ich hatte auch meine Familie informiert.

00:40:47: Alle wussten Bescheid was ich mache damit sie mir die Zeit geben und Verständnis haben dafür dass ich mir diese Zeit nehme.

00:40:54: Ja, die Zeit genommen, geschrieben manchmal Das Gedicht geschrieben, Gedanken aufgeschrieben und am Ende des Tages bin ich noch mal rein und habe ein bisschen was noch korrigiert.

00:41:04: Ich hab parallel auch festgehalten wo ich war.

00:41:07: Es ist eigentlich ein Echtzeitprojekt.

00:41:10: Ich habe den Tag, Wochenzeitdatum, Ort, Uhrzeit- und Wetterfest gehalten damit es viel lebendig bleibt.

00:41:19: als Text Ich war jetzt nicht irgendwo exotisch unterwegs in diesem Winter, keine Angst.

00:41:24: Weil ich tauchte auch da nicht auf!

00:41:25: Ich war zwischen München und Greinau... ...ich war in Bayern.

00:41:28: Ich bin nicht über die bayerische Staatsgrenze hinausgefahren.

00:41:33: Und ja, Endes sind dann tatsächlich unter zehn Gedichte daraus gekommen... ...hundertzehn Prusa-Texte und vierzehn Obstrakte Bilder?

00:41:42: Das ist einfach unglaublich!

00:41:45: Also... Und das sagt noch einmal einer.

00:41:51: Ich sage das eh nicht, weil ich kenne es sozusagen als Kulturschaffende selbst.

00:41:57: Künstlerinnen werden nicht diszipliniert.

00:42:01: Das ist ja wirklich ein Wahnsinn was du da... Es ist schon sehr viel disziplin auch, was dabei ist sich hundertzehn Tage.

00:42:14: andere würden das als eine Habit, Challenge oder irgendwas.

00:42:19: Wir zeichnen das tun wir jetzt nicht weil es nimmt dem Ganzen die Romantik.

00:42:24: aber ja es ist unglaublich wie du da selbst sozusagen für dich einen Raum und einen Rahmen kreiert hast um da dran zu bleiben.

00:42:36: Das finde ich ganz ganz großartig.

00:42:40: Ja dass war Sinn der Sache an den Rahmen zu finden der mich eben am freien und am Mahlen dranbleiben lässt.

00:42:50: Und ich wusste nicht, ob am Ende irgendwas schreits dabei rauskommt... dieser Texte irgendwo verwenden kann, ob die Gedichte gut sind.

00:42:59: Gut genug sind um veröffentlicht zu werden.

00:43:03: Ob die Bilder gut genug sind, um veröffentlich... oder oh mein Gott ich hatte gar nicht daran gedacht verkauft zu werden an jemanden.

00:43:09: Ich habe einfach, ich hab gedacht nee ich brauche eine Praxis, ich mach das!

00:43:13: Ich war damals auch noch nicht auf Social Media und bin dann erst wieder am ersten April.

00:43:18: Das Datum habe ich absichtlich gewählt.

00:43:21: Auf Instagram mit meinem ersten Post online gegangen Und ja, ich habe es im stillen Kämmerlein gemacht.

00:43:28: Nur für mich, für meine Praxis als Kunstschaffende hat sehr viel mit mir gemacht.

00:43:36: Das ist ein Projekt das mich heute noch zwei Jahre später überrascht und was auch mit meiner Kunst macht, diesem Dranbleiben.

00:43:49: Das glaube ich dir total!

00:43:51: Und am einunddreißigsten Oktober erscheint ihr das Buch dazu, zu Hundertzehn Tage Winter.

00:43:59: Genau!

00:44:00: Für wen würdest du sagen ist dieses Buch?

00:44:03: Beziehungsweise

00:44:04: ...

00:44:05: ja bzw wann sollte ich mir das Buch kaufen?

00:44:11: Also das Buch heißt auch Einhundertzeentage Winter.

00:44:14: über die Kunst des Durchhaltens Ist eine persönliche Erzählung inzwischen geworden Ein literarisches Buch.

00:44:26: Das Buch enthält die Gedichte nach Reihenfolge vom ersten Dezember bis zum zwanzigsten März und auch jeden Tag eben einen Prosatext zu diesem Gedicht.

00:44:37: im Prosatext geht es tatsächlich, der Leser begleitet mich durch dieses Winterprojekt in diesen Texten.

00:44:48: Es sind sehr viele Beobachtungen von meinem Umfeld in diesem Winter.

00:44:55: Es sind vieler Reflexionen, Dinge die auch passiert sind weil ich natürlich auch viel gemacht habe in diesem winter.

00:45:02: Die ganze Umstellung der Selbstständigkeit.

00:45:04: Wahnsinn ja!

00:45:05: Es ist ein Buch das unterhaltsam ist.

00:45:08: man kann damit nachdenken weinen lachen es kommt alles vor und das Schöne glaube Am Buch, wie es sich jetzt entwickelt hat in der Nachbearbeitung ist, dass man es im Winter lesen kann.

00:45:26: Dann ist das natürlich ganz toll, weil man halt auch von mir diese Beschreibungen der Natur, die man selbst erlebt ... Aber man kann es wirklich... Man muss es nicht am ersten Dezember anfangen, man kann mitten im Winter damit anfangen.

00:45:39: Man kann im Sommeres mitnehmen und in den Sommerurlaub und es lesen.

00:45:43: Weil es ist ein literatisches Werk geworden.

00:45:45: Es ist kein ... Ratgeber oder Begleiter in dem Sinne.

00:45:50: Und es ist für Menschen gedacht, die den Winter lieben?

00:45:55: Es ist für Menschengedacht, die Den Winter hassen aber nie lieben wollen und denen nicht einfach nur aushalten möchten, aber wirklich erleben wollen das erste Mal!

00:46:03: Es sind wir Menschen, die vielleicht mitten in einer Veränderung stecken.

00:46:07: Es ist Für Frauen in den Wechseljahren super glaube ich.

00:46:11: Es Ist Für Kunstschaffende, Die an sich selbst zweifeln vielleicht ganz tolles zu lesen Menschen, die vor einer wichtigen Entscheidung stehen.

00:46:21: Menschen, der gern reflektieren.

00:46:23: Mhm.

00:46:25: Menschen die gerne lesen.

00:46:27: Das ist wirklich ... Ja es ist Lyrik drinnen aber ich glaube die Lyrik, die drin steckt, ist keine abstrakte Lyrik wo ich am Ende nicht verstehe was war das nochmal?

00:46:37: Was ich gehen müssen habe sondern das ist wirklich.

00:46:41: Ich hab auch mich in verschiedenen Lyrikformen ausprobiert.

00:46:45: also es gibt sehr kurze Gedichte, Elfchen und Heikus die drei Zeilen sind.

00:46:51: Da gibt es aber auch längere Gedichte.

00:46:52: Es gibt freie Gedichte immer eben relevant zum Winterwort des Tages.

00:47:00: Wo bekomme ich dieses Buch wenn ich's dann haben möchte?

00:47:05: Also das Buch wird es überall dort geben, wo es Bücher gibt.

00:47:09: Im Sinne von ich kann es auch... also ein Interessierter kann es in seiner geliebten Buchhandlung bestellen um die Ecke weil alle meine Bücher sind im VLB.

00:47:20: Das ist das verzeichnungslieferbare Bücher hier in Deutschland.

00:47:23: Dann wird das Buch direkt bei mir bestellt von der Buchhandelung.

00:47:27: Man kann es direkt beim mir bestellen wenn man möchte.

00:47:30: Es wird auch diese Möglichkeit geben und natürlich auch über Amazon.

00:47:35: Ich veröffentliche auch über Amazon.

00:47:38: Ich bin nicht der größte Fan von Amazon, habe ich schon oft gesagt in Interviews aber was die Autorinnen Möglichkeiten gibt ist Amazon wirklich eine der großzügigsten wenn ich die Großzügige und einfachste Plattformen die es gibt um Bücher zu veröffentlichten Und deswegen bleibe ich bei dieser Plattform, um das Buch zu veröffentlichen im Selbstverlag wie immer.

00:48:08: Deswegen kann man es dann dort auch bestellen.

00:48:10: Es wird eine Taschenbuchform geben und ein Taschenbuch-Format.

00:48:15: Auch ein Ebook-Formant wird's gegen.

00:48:17: Sehr schön!

00:48:18: Super!

00:48:20: Liebe Rini, wir könnten noch ganz lange weitersprechen.

00:48:24: Es war einfach wunderschön, dich wieder in Podcasts zu haben.

00:48:27: Es ist immer so schön mit dir zu sprechen Und auch so wertvoll und inspirierend.

00:48:35: Ich danke dir sehr, dass du bei mir warst!

00:48:38: Gebt mir genauso, Karin – ganz tolle Gespräche immer mit dir.

00:48:42: Danke, dass ich hier sein durfte und einen kleinen Einblick geben konnte in meine Arbeit und das Buch, das kommt.

00:48:49: Danke dir sehr!

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